Wie gelingt Nutzerforschung für die Produktentwicklung im Journalismus?

Im März durfte ich beim ersten News Product Alliance Summit zusammen mit Rebekah Monson, Gründerin und COO von WhereBy.Us, eine Session über Nutzerforschung in der Produktentwicklung im Journalismus halten. Das NPA Summit ist eine internationale Veranstaltung für Produktentwickler in den Medien zur Vernetzung, zum Lernen und für den Best-Practice-Erfahrungsaustausch.

Rebekah und ich haben über Jobs-To-Be-Done, quantitative Befragungen und qualitative Interviews gesprochen, um Kundenbedürfnisse unserer Zielgruppen zu ermitteln, zu verstehen und in unseren journalistischen Produkten bestmöglich bedienen zu können. Erfolgreiche Produktentwicklung beginnt beim Zuhören. Wie wir das beim Nordkurier machen, konnte ich am Beispiel unseres Heimweh-Newsletters für Weggezogene erklären:

“Interviews helped us with our decision to develop a newsletter and find a value proposition for it”

Hier haben wir einen Survey Guide und einen User Interview Guide für den Start zusammengestellt.

Learnings aus 15 Monaten Executive Program in News Innovation and Leadership

Von Januar 2020 bis März 2021 habe ich mich im Executive Program in News Innovation and Leadership an der Craig Newmark Graduate School of Journalism der City University New York intensiv mit Themen wie Geschäftsmodellen, Strategie, Metriken, nutzerzentrierter Produktentwicklung, Kultur, Change Management oder Resilienz beschäftigt.

Zum Abschluss des Programms unter der Leitung von Anita Zielina und Jeff Jarvis haben meine 15 KommilitonInnen und ich per Zoom einer breiten Fachöffentlichkeit unsere Capstone-Projekte vorgestellt. Dabei haben wir uns mit einer relevanten strategischen Frage im Journalismus auseinandergesetzt. Mein Thema: “From mass media to niche audiences: How to develop audience-centric products at a regional newspaper”

“When I look at successful digital news companies with products — for example, newsletters — I always see, they have a very targeted audience and a very well-defined value proposition for them. So I think we can already see a pivot from mass media to niche audiences on the internet. To me, one product for all does not sound like a promising strategy.”

Alexander Drößler

Warum dieses Thema? Wie regionale Zeitungsverlage ihre digitale Produktstrategie weiterentwickeln können, ist die Frage, die mich wirklich seit Jahren beruflich wach hält. Wer mich länger kennt weiß, als Student wollte ich nie bei einer Zeitung arbeiten, denn das habe ich als aussterbendes Geschäft gesehen. Wie es das Schicksal wollte, bekam ich meinen ersten Job ausgerechnet bei meiner Heimatzeitung, der Neuen Westfälischen, nachdem ich sie auf Facebook im Rahmen einer Umfrage für ihre damalige Internetseite kritisiert hatte. So fing ich im Februar 2015 als Digital-Redakteur an und war froh, verbessern zu können, was ich zuvor kritisiert hatte. Dabei faszinierten mich die aus meiner Sicht radikalen Ansichten von Jeff Jarvis über die Zukunft des Journalismus und seiner Geschäftsmodelle: Das Internet killt das Geschäftsmodell von Massenmedien.

 “We cannot still shovel our old product — content — into this new reality and think we will find new ways to support what we used to do.” 

Jeff Jarvis

Jarvis hält uns Medienhäusern vor, mit unserem „alten Produkt“ Zeitung die Öffentlichkeit als eine homogene Masse zu behandeln, die sie nicht sei, “all the same, delivering a one-way, one-size-fits-all product that we fill with a commodity we call content”. Mit seinen Sätzen in “Death to the Mass” erklärt er für absurd, was die meisten deutschen Regionalverlage mit ihren Paid-Content-Strategien tun. Jahre später, am Ende dieses Programms, muss ich ganz ehrlich sagen: Ich stimme umso mehr zu.

Beschreibbare Zielgruppen statt anonyme Masse

In meinem Capstone argumentiere ich, wieso ich das so sehe und was ich stattdessen vorschlage. Dazu habe ich mir zunächst den amerikanischen Markt sowie die Erfolgsfaktoren von digitalen Abo-Modellen im Journalismus genauer angesehen. Außerdem habe ich zusammengefasst, was erfolgreiche Digital-Startups gemeinsam haben und was wir als Zeitungsverlage in Sachen Audience Centricity von ihnen lernen können: Ich argumentiere, warum Zeitungen sich besser auf gut beschreibbare Zielgruppen konzentrieren und aufhören sollten, für eine Masse zu produzieren.

Dazu habe ich einen Vorschlag aufgeschrieben, wie der Einstieg dazu gelingen kann, abgeleitet aus den Kursen des Programms und meiner Arbeit als Digital Transformation Manager beim Nordkurier. Ich bin davon überzeugt, dass dies leicht auf verschiedene Zielgruppen übertragbar ist und in Medienhäusern realisierbar ist, die keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung haben.

Wer das Capstone gern lesen möchte, schickt mir bitte eine Nachricht, zum Beispiel bei LinkedIn oder Twitter.

Programmdirektorin Anita Zielina zum Abschluss des Programms:

Today is a very emotional day. It’s my 1-year pandemicversary. Also, it’s graduation day for the inaugural #newmarkjleaders cohort. Let me share some words of reflection, optimism & praise 👉

These leaders have shown amazing resilience, empathy, generosity, grit and humor in an incredibly rough year. It was such a gift to be able to learn with and from them, and I can’t wait to see how they shape the future of media

I could not be prouder of the diverse and international group of participants, coaches and instructors @mdipento @jeffjarvis and I assembled in our tiny little mission of, well, revolutionalizing leadership in media through education

This is the post-it note I stuck to my laptop 2 years ago when I started to build this program. Today, I feel that a better media world really is possible. I’m not crying, you’re crying 🥲

Originally tweeted by Anita Zielina (@Zielina) on 12/03/2021.

Gastbeitrag bei Medieninsider: Es gibt nicht nur eine Zielgruppe

2020 war für die Medienbranche ein herausforderndes Jahr. In seiner Serie “Medientrends 2021” betrachtet der Branchendienst Medieninsider jedoch nicht, was war, sondern blickt nach vorne. Gründer Marvin Schade hat verschiedene Branchenexperten gefragt, was 2021 wichtig wird. Sie schreiben über allgemeine Trends und darüber, was sie in ihren Fachgebieten erwarten. Ich durfte aufschreiben, was ich für den Lokaljournalismus erwarte.

Jobwechsel während der Pandemie?

Im August 2020 habe ich zum ersten Mal den Job gewechselt – mitten in der Pandemie. Ich bin nach 5 spannenden und lehrreichen Jahren weg von der Mediengruppe Neue Westfälische in Bielefeld in den Nordosten Deutschlands, zum Nordkurier in Mecklenburg-Vorpommern. Mit Elise Czajkowski habe ich über diese Entscheidung gesprochen darüber, inwiefern mir das CUNY Program in News Innovation and Leadership dabei geholfen hat.

Hier geht es zum Artikel auf Medium

Welchen Wert hat Journalismus?

Kevin Kaisers Argumentation zur Value Creation folgend hat digitaler Journalismus keinen Wert. Inwiefern stimmt das? Wie lässt sich der Journalismus-Wert messen und wichtiger, für ein digitales Geschäftsmodell erhöhen?

Beim Thema “Business Impact, ROI and Value Creation” unserer wöchentlichen Class im News Innovation & Leadership Program an der CUNY hatte ich mich eher auf eine zähe Session eingestellt. Stattdessen haben wir über einen Text diskutiert, der bei mir eine provokante Frage aufwarf: Bieten wir mit unseren journalistischen Digitalangeboten eigentlich einen Wert?
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Durch Corona unter Druck: Wie können wir den Journalismus in der Krise neu denken?

Durch die Corona-Pandemie ist auch der Journalismus stark unter Druck: Die Nachfrage ist riesig, aber die Finanzierung wackelt. Doch die Krise ist auch eine Chance, Journalismus neu zu denken. Ein Weg: In Communities denken und ihre Bedürfnisse verstehen.

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How Lokalportal connects communities

Lokalportal.de is a hybrid of a local social network and a local newspaper – an editorially supported local platform where everyone can participate: neighbors, civic clubs, businesses, municipalities – and journalists. They create a digital ecosystem in which local communities organize themselves, interact and create value.

With Neue Westfälische, a german regional publisher, Lokalportal.de has 30.000 registered users who meet in neighborhood or topic groups, where they find like-minded people for their interests, for example to organize a neighborhood volunteer support service.

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The next newspaper launched Lokalportal

Today the next newspaper launched Lokalportal.de. Welcome to the family and have a good start with your local platform, Die Harke!

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Notes from New York: Let’s talk about news innovation and leadership

I just finished the first week of the Executive Program in News Innovation and Leadership at the Craig Newmark Graduate School of Journalism at CUNY. Here’s a short summary with my impressions.

Sitting at the airport waiting for my flight to board makes me think about this first week of my news innovation and leadership program. Guys, there is hope! Hope for journalism to find sustainable digital business models. Continue reading “Notes from New York: Let’s talk about news innovation and leadership”

Launch in Bielefeld with visitors from Bonnier

We just launched Lokalportal in our biggest city and newsroom in Bielefeld. For that, we had visitors from Sweden.

What a day! We just launched Lokalportal in our biggest city and newsroom in Bielefeld – a big step for Neue Westfälisches digital strategy.

In addition we had visitors from Sweden: Bonnier Media Groups Thomas Mattsson (Editor-in-Chief Expressen) & Lotta Edling (Editorial Director at Bonnier News) wanted to know more about our local platform strategy and our experiences with Lokalportal.

Thanks for the visit, we were glad to have you!