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#ijf18: Paid Content? Membership? Wie das Business Modell die redaktionelle Strategie beeinflusst

Reader Revenue wird immer wichtiger für die Finanzierung von Journalismus im Digitalen. Was Paid Content von Membership unterscheidet und was das in der Konsequenz für die redaktionelle Strategie bedeutet, war Thema beim International Journalism Festival Perugia.

Für Rasmus Nielsen vom Reuters Institute der University of Oxford ist klar, warum Medien mit Paid Content im Digitalen bislang kaum erfolgreich sind: „Der meiste Journalismus im Internet ist es nicht wert, dafür zu bezahlen.“ Der Journalismus-Professor weiter: „ Wenn ihr etwas produzieren möchtet, für das Menschen bereit sind, zu bezahlen, muss es einen Wert für sie haben.“ Mit welchen Ansätzen das gelingen kann, war eines der dominanten Themen beim International Journalism Festival in Perugia. Continue reading “#ijf18: Paid Content? Membership? Wie das Business Modell die redaktionelle Strategie beeinflusst”

What if? Szenarien für Journalismus in 10 Jahren

Wir stehen vor einer technologischen Zäsur, die zu einer völlig veränderten Medienlandschaft führen wird. Welches Szenario wollen wir? Wir haben es selbst in der Hand.

“Das Geschäftsmodell des digitalen Journalismus ist kaputt”, sagt Medienwissenschaftler Stephan Weichert bei MEEDIA und fordert eine #Netzwende. Nichts funktioniere und nichts habe bisher funktioniert. Er stellt der Branche ein miserables Zeugnis aus. „Keiner hat irgendeinen wirklichen Plan.“ Man müsse sich von dem Gedanken verabschieden, „dass das lange praktizierte Marktmodell des Journalismus in Zukunft noch lange funktionieren kann“.

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#ijf17: Wie User-Engagment Journalisten beim Geld verdienen helfen kann

Journalisten sollten ihre Arbeitsweise grundlegend verändern. Ein Ansatz ist dafür Public-Powered-Journalism. Eindrücke vom International Journalism Festival in Perugia.

Es ging los mit einer Standpauke: “Wir Journalisten sind arrogant gegenüber Lesern und neuen Playern im Journalismus.” Die These stammt von Lina Timm, der Leiterin des Media.Lab Bayern, aufgeworfen bei einer Diskussion über die Frage, ob Trump gut für den Journalismus sei. Der US-Präsident war das dominierende Thema des International Journalism Festival in Perugia. Vom 5. bis zum 9. April haben sich tausende Medienschaffende in der kleinen Stadt in Umbrien in der Mitte Italiens getroffen. Die größte europäische Journalismus-Veranstaltung brachte über 600 Speaker in über 250 verschiedenen Panels zusammen. Continue reading “#ijf17: Wie User-Engagment Journalisten beim Geld verdienen helfen kann”

Warum Regionalzeitungen harte Zeiten bevorstehen

Warum Regionalzeitungen harte Zeiten bevorstehen: Über die geringe Innovationsfreude von Tageszeitungen und die veralteten Denkmuster von Chefredakteuren. Was ein erfolgreiches digitales Medienprodukt braucht.

Heute morgen im Bett habe ich wie jeden Tag meine Regionalzeitung gelesen und mich darüber informiert, was so in der Welt los ist. Ach nee, ist ja Sonntag. Da gibt es gar keine Zeitung. Ach nee, und selbst wenn, ich habe ja auch gar keine abonniert. Wie jeden Tag habe ich natürlich auch heute morgen mein Smartphone gegriffen, bin durch Twitter und Facebook gescrollt und habe hier und da auf einen Artikel geklickt. Durch die digitale Filterbubble kommt mein erster Nachrichtenschwall des Tages. Continue reading “Warum Regionalzeitungen harte Zeiten bevorstehen”

Der mit dem Zug fährt

Amerika mit dem Zug erleben: Nach meinem Studium in Missouri bin ich mit dem Empire Builder auf Pionierspuren von Chicago über Glacier, Montana, bis nach Seattle. Nach einem Tag dort geht es mit dem Coast Starlight die Pazifikküste herunter bis nach San Francisco.

Vor mir liegt die wohl verrückteste Reise, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Insgesamt liegen bis San Francisco mehr als 2800 Meilen Zugstrecke vor mir. Ich bin in der Union Station von Chicago. Dort läuft es ab wie am Flughafen. Das Gepäck wird eingecheckt, es darf kein Gramm mehr als 23 Kilo wiegen. Mein Koffer bringt 23,6 kg auf die Waage, ich muss etwas heraus nehmen. Bepackt mit Rucksack, Laptoptasche und einer Plastiktüte voll Snacks warte ich nun und beobachte meine Mitreisenden. Im Hintergrund läuft ein Video mit Sicherheitsanweisungen in Dauerschleife. Der Wartebereich des Bahnhofs ähnelt dem eines Flughafens, alles hat hier seine Ordnung. Eineinhalbstunden später beginnt das Boarding und ich stehe von dem größten Passagierzug, den ich bisher gesehen habe. Continue reading “Der mit dem Zug fährt”

Interview: „Nachrichten sind dort, wo Menschen sind“

Im Dezember 2013 hat mich ein Kollege, der in Hannover Journalismus studiert, für sein Seminar interviewt. Aus dem Gespräch entstand folgendes Interview.

Alexander Drößler (24) ist Masterstudent der Journalistik an der Universität Hamburg und als Fulbrighter zwei Semester an der University of Missouri, eine der besten Journalistenschulen in den USA. Er erzählt über das Studium in den Staaten, Chancen für junge Journalisten und seinen Idealismus. Continue reading “Interview: „Nachrichten sind dort, wo Menschen sind“”

Die Nachrichten sozialer machen

Was ist Journalismus? Wer sind Journalisten? Was gehört zu ihren Aufgaben? Die Antworten auf diese Fragen scheinen einfach zu sein. So wurde es mir zumindest beigebracht. Traditionell ist ein Journalist doch objektiv, er beobachtet und gibt wider. Jetzt denke ich wieder über Fragen wie diese nach.

Bei meiner Arbeit im Community Outreach Team des Columbia Missourians benutzen wir sehr viele Social Media. Wir konzentrieren uns dabei in erster Linie auf das Wort “Social”. Durch das Web 2.0 mit seinen Kindern wie Facebook, Twitter, Blogs, Instagram und vielen anderen Tools können Medien ganz anders mit ihren Lesern – oder etwas weiter gefasst – mit ihrer Community kommunizieren. Es findet keine reine Einwegkommunikation mehr statt, die der Leser höchstens durch einen Leserbrief beeinflussen konnte, natürlich mit der Redaktion als Filter. Heute kann jeder mitmachen im “Free Flow of Communication”. Journalisten können ihn beobachten, herausfischen was sie für wichtig erachten und: mitmachen. Dazu gehört mehr als nur lustige, in der Redaktion entstandende Bildchen auf Facebook hochzuladen um Likes zu erhaschen. Continue reading “Die Nachrichten sozialer machen”

Fulbright connects!

Vor dem Urlaub hatte ich die großartige Gelegenheit, an einer globalen Konferenz teilzunehmen und noch einen anderen Teil Amerikas kennen zu lernen.

In New Orleans fand das Enrichtment Seminar meines Sponsors statt, des Fulbright Programs. Mit etwa 120 Studierenden aus aller Welt und allen Fachrichtungen habe ich mich austauschen können sowie New Orleans und Umgebung kennen lernen können. Continue reading “Fulbright connects!”