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Semesterferien!

Es ist kaum zu glauben. Das erste Semester an der Missouri School of Journalism ist geschafft. Vor zwei Jahren hätte ich jeden verrückt erklärt, der mir gesagt hätte, dass ich jetzt hier sitzen würde um mein erstes Semester an einer der renommiertesten Journalism Schools der Welt zu resümieren.

Vier Monate sind vergangen, seit ich am 7. August den Weg in die USA angetreten habe. Viel ist passiert und viel liegt noch vor mir in den kommenden Monaten bis Juni. Ein tolles Frühlingssemester und vorher eine tolle Reisezeit. Continue reading “Semesterferien!”

Mehr Medienethik wagen

Mir scheint, als wird sehr viel darüber gesprochen, was erlaubt ist, und was nicht. Im Gegensatz dazu aber nicht über ethische Fragen. Es ist wichtig, über die Rechte, Rollen, Verantwortungen und Plichten von Journalisten zu reden.

Momentan wird mit dem Regener Landrat Michael Adam die nächste Sau durch’s Dorf getrieben. Er hatte Sex in seinem Büro und nahm dabei auch noch Poppers, eine Sexdroge, die häufig von Homosexuellen konsumiert wird. Ich möchte nicht darüber spekulieren, was passiert wäre, wenn Michael Adam nicht schwul wäre. Das haben Andere schon gemacht. Continue reading “Mehr Medienethik wagen”

Was der Verkauf der Washington Post an Jeff Bezos bedeutet:

Vor einigen Wichen war der Verkauf der Washington Post an Amazon bekannt geworden. Die Redakteure sind optimistisch. Sie hoffen auf die Ansätze, die auch Amazon groß gemacht hätten: Die Kunden zuerst, Innovation und Geduld.

Eine weitere Station meines Trips nach Washington DC vor einigen Wochen war die Washington Post. Wenige Wochen zuvor war der Verkauf des Blattes an Amazon-Gründer Jeff Bezos bekannt geworden. Eine derart traditionsreiche Zeitung im Besitz eines großen Unternehmens, dass wie wenige andere sinnbildlich für Erfolg im Digitalgeschäft steht, sorgte auch in der Redaktion für Wirbel. Der neue Eigentümer sollte keine Verlegerfamilie oder ein bekanntes Medienunternehmen sein, sondern zu einem Online-Kaufhaus gehören. Kann das gut gehen? Continue reading “Was der Verkauf der Washington Post an Jeff Bezos bedeutet:”

Hello Big Brother – What “Merkelphone” means for the U.S – German Relationship

German media are upset in a way I have never seen before. Even conservative editors who mostly have a pro american view point out the political explosive force of this topic. They ask: Are we an enemy of the U.S?

It feels strange today to live in the United States as a German. To live in a country which probably monitors all the electronic communication you do, even if it analyzes it or not. To live in a country which secret services are able to monitor all online or phone communication. A country that does not recoils to monitor the government leaders and presidents of other countries. Okay, one could expect that from enemy countries. But not from friends. It is nearly safe the U.S. secret services monitored or monitor the communication of the the german government including chancellor Angela Merkel and 34 other countries. German media are upset in a way I have never seen before. Even conservative editors who mostly have a pro american view point out the political explosive force of this topic. They ask: Are we an enemy of the U.S? Even the main German news TV-show “Tagesschau” doubts the friendship between Germany and the U.S. by calling them our “allegedly american friends”. Continue reading “Hello Big Brother – What “Merkelphone” means for the U.S – German Relationship”

Nach vorne denken – US-Medien und deren Strategien: Politico

Den Pessimismus, den ich bei deutschen Verlegern häufig zu sehen meine, gibt es bei Politico nicht. Stattdessen überlegten sich die Redakteure von Beginn an, wie sie die Gratiskultur im Internet verändern können und wie sich mit den verschiedensten Wegen Geld verdienen lässt. Ein Besuch.

SZ-Online Chef Stefan Plöchinger schrieb vor Kurzem acht Thesen zur Zukunft des Journalismus auf: Medien sollten ihre eigenen Qualitäten erkennen, eine eigene Vision entwickeln, eine eigene Multi-Marke bauen, Ideologien widerstehen, neue Strukturen für neue Chancen schaffen, Veränderung als Dauerzustand akzeptieren, Vordenker fördern sowie die Leser ernst nehmen. Während in Deutschland darüber diskutiert wird, gibt es in den USA Medienhäuser, die genau das praktizieren.

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American New Media Business Models: Was deutsche Verleger daraus lernen können

In dieser Woche hat Cesca Antonelli, die Redaktionsleiterin des Bloomberg TV Studios Washington DC einen Gastvortrag in meinem Kurs gehalten. Ich denke, von ihren Gedanken können sich deutsche Verleger, Chefredakteure und Medienmacher etwas abgucken. Die totale Publikumsorientierung soll das Erfolgsrezept amerikanischer Medien sein.

Zunächst ein eher allgemeiner Gedanke für ein gutes Medienangebot und ein funktionierendes Geschäftsmodell drum herum: Das Allerwichtigste ist es, sein Publikum genau zu kennen. Für wen mache ich mein Medienangebot? Warum sollte der Konsument ausgerechnet zu mir kommen? Ebenso wichtig ist es, das eigene Produkt bestens zu kennen. Eine zentrale Frage ist dazu, wie das Publikum mein Newsprodukt konsumiert. Problematisch kann es für ein Geschäftsmodell werden, wenn es einen Unterschied zwischen denen gibt, die für den Journalismus bezahlen und denen, die ihn lesen. Das ist ja momentan mit dem rückläufigen Anzeigengeschäft nicht neu zu beobachten. Amerikanische Verleger haben mit drei unterschiedlichen Wegen auf diese Entwicklung reagiert: Continue reading “American New Media Business Models: Was deutsche Verleger daraus lernen können”

Was die Missouri School of Journalism zu bieten hat und warum ich was belege

Die School of Journalism bietet für Graduate Students etwa 80 verschiedene Seminare an. Das ist mit deutschen Journalistik-Studiengängen überhaupt nicht vergleichbar. Im Prinzip gibt es hier nichts, was es nicht gibt. Da ist es gar nicht so einfach, sich für drei Seminare zu entscheiden.

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A visit to a real news media start-up company: Newsy

Mit meinem Kurs “Journalism and Chaos – how to understand and cover 21st century business models” habe ich das 2008 gegründete start-up Newsy.com besucht.

Newsy.com versteht sich als multisource-video-news-service und produziert etwa zweiminütige Videoclips aus der aktuellen Nachrichtenlage. Dabei greift sie komplett auf fremdes Material zurück, welches sie analysiert und bei Interesse verwendet. Ziel von Newsy ist es, Leute zu erreichen, die informiert sein möchten, aber keine Zeit haben, sich ganze Nachrichtensendungen anzusehen. Daher liegt der Focus sehr auf den potenziellen Zuschauern, Newsy versucht die Themen umzusetzen, über die z.B. gerade viel in sozialen Netzwerken diskutiert wird. Continue reading “A visit to a real news media start-up company: Newsy”

School has begun

School has begun! Auf den ersten Blick sieht mein Stundenplan relativ überschaubar aus. Das täuscht aber sehr. Ich hab recht schnell festgestellt, dass es natürlich einen Grund dafür gibt, dass 3 Kurse typisch für amerikanische Graduate Students sind. Am Montag war ich kurz etwas geschockt, als der Dozent in Media Ethics erklärte, was wir das Semester alles machen würden. VIER Hausarbeiten (3x 5 Seiten und eine Research Proposal über 10-15 Seiten) gehören ebenso dazu, wie regelmäßige (benotete) Mitarbeit und die schriftliche Vorbereitung von Fragen zu den (reichlich!) zu lesenden Texten. Liebe Hamburger: Ich möchte Herrn Potthoff zurück!

Denn in Journalism and Chaos ging es genau so weiter. Die Vorlesung beschäftigt sich mit neuen Geschäftsmodellen im Journalismus und das heißt für mich, dass ich neben drei anderen Papers einen Business Plan schreiben darf. Dazu das übliche: Richtig viel zu lesen, benotete mündliche Mitarbeit und unangekündigte Tests. Die Professoren verlangen also richtig viel. Allerdings geben sie auch genauso viel. Prof. Randall Smith macht mit uns eine Kursfahrt nach Washington DC um die bekanntesten Medien (u.A. CNN, The Washington Post, Bloomberg) und The White House zu besuchen. Bei den Medien sollen wir mit den Chefs ins Gespräch kommen, um vor Ort zu sehen, wie sie mit dem Wandel der Medienbranche umgehen. Ich freu mich riesig darauf! Das Bonbon dabei: Der Professor bezahlt Flug und Unterkunft. In Journalism und Chaos sind wir übrigens fast nur Internationals, das macht die Sache für mich recht einfach. Ich bin doch sonst etwas scheu, gleich flüssig auf American English loszulegen.

International News Media Systems habe ich auch bei Prof. Smith. Hier skypen wir in der Vorlesung regelmäßig mit Journalisten aus allen möglichen Ländern und Kontinenten um möglichst viel über Ihre Arbeit, die Arbeitsbedingungen und ihr Verständnis von Journalismus zu erfahren. Für den Kurs musste ich mal eben ein Buch für 100$ kaufen. Völlig normal hier. Zum Glück hab ichs bei Amazon billiger bekommen…

Mit drei Kursen bin ich also echt gut beschäftigt. Vom Workload umfassen sie in etwa das, was man in Deutschland mit 6 Kursen zu tun hat. Ich werde immer mit irgendwas beschäftigt sein. Eine große Prüfung zum Schluss, für die man lernt und es danach vielleicht wieder vergisst, gibt es nicht.