Der mit dem Zug fährt

Amerika mit dem Zug erleben: Nach meinem Studium in Missouri bin ich mit dem Empire Builder auf Pionierspuren von Chicago über Glacier, Montana, bis nach Seattle. Nach einem Tag dort geht es mit dem Coast Starlight die Pazifikküste herunter bis nach San Francisco.

Vor mir liegt die wohl verrückteste Reise, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Insgesamt liegen bis San Francisco mehr als 2800 Meilen Zugstrecke vor mir. Ich bin in der Union Station von Chicago. Dort läuft es ab wie am Flughafen. Das Gepäck wird eingecheckt, es darf kein Gramm mehr als 23 Kilo wiegen. Mein Koffer bringt 23,6 kg auf die Waage, ich muss etwas heraus nehmen. Bepackt mit Rucksack, Laptoptasche und einer Plastiktüte voll Snacks warte ich nun und beobachte meine Mitreisenden. Im Hintergrund läuft ein Video mit Sicherheitsanweisungen in Dauerschleife. Der Wartebereich des Bahnhofs ähnelt dem eines Flughafens, alles hat hier seine Ordnung. Eineinhalbstunden später beginnt das Boarding und ich stehe von dem größten Passagierzug, den ich bisher gesehen habe. Continue reading “Der mit dem Zug fährt”

Fulbright connects!

Vor dem Urlaub hatte ich die großartige Gelegenheit, an einer globalen Konferenz teilzunehmen und noch einen anderen Teil Amerikas kennen zu lernen.

In New Orleans fand das Enrichtment Seminar meines Sponsors statt, des Fulbright Programs. Mit etwa 120 Studierenden aus aller Welt und allen Fachrichtungen habe ich mich austauschen können sowie New Orleans und Umgebung kennen lernen können. Continue reading “Fulbright connects!”

Semesterferien!

Es ist kaum zu glauben. Das erste Semester an der Missouri School of Journalism ist geschafft. Vor zwei Jahren hätte ich jeden verrückt erklärt, der mir gesagt hätte, dass ich jetzt hier sitzen würde um mein erstes Semester an einer der renommiertesten Journalism Schools der Welt zu resümieren.

Vier Monate sind vergangen, seit ich am 7. August den Weg in die USA angetreten habe. Viel ist passiert und viel liegt noch vor mir in den kommenden Monaten bis Juni. Ein tolles Frühlingssemester und vorher eine tolle Reisezeit. Continue reading “Semesterferien!”

School has begun

School has begun! Auf den ersten Blick sieht mein Stundenplan relativ überschaubar aus. Das täuscht aber sehr. Ich hab recht schnell festgestellt, dass es natürlich einen Grund dafür gibt, dass 3 Kurse typisch für amerikanische Graduate Students sind. Am Montag war ich kurz etwas geschockt, als der Dozent in Media Ethics erklärte, was wir das Semester alles machen würden. VIER Hausarbeiten (3x 5 Seiten und eine Research Proposal über 10-15 Seiten) gehören ebenso dazu, wie regelmäßige (benotete) Mitarbeit und die schriftliche Vorbereitung von Fragen zu den (reichlich!) zu lesenden Texten. Liebe Hamburger: Ich möchte Herrn Potthoff zurück!

Denn in Journalism and Chaos ging es genau so weiter. Die Vorlesung beschäftigt sich mit neuen Geschäftsmodellen im Journalismus und das heißt für mich, dass ich neben drei anderen Papers einen Business Plan schreiben darf. Dazu das übliche: Richtig viel zu lesen, benotete mündliche Mitarbeit und unangekündigte Tests. Die Professoren verlangen also richtig viel. Allerdings geben sie auch genauso viel. Prof. Randall Smith macht mit uns eine Kursfahrt nach Washington DC um die bekanntesten Medien (u.A. CNN, The Washington Post, Bloomberg) und The White House zu besuchen. Bei den Medien sollen wir mit den Chefs ins Gespräch kommen, um vor Ort zu sehen, wie sie mit dem Wandel der Medienbranche umgehen. Ich freu mich riesig darauf! Das Bonbon dabei: Der Professor bezahlt Flug und Unterkunft. In Journalism und Chaos sind wir übrigens fast nur Internationals, das macht die Sache für mich recht einfach. Ich bin doch sonst etwas scheu, gleich flüssig auf American English loszulegen.

International News Media Systems habe ich auch bei Prof. Smith. Hier skypen wir in der Vorlesung regelmäßig mit Journalisten aus allen möglichen Ländern und Kontinenten um möglichst viel über Ihre Arbeit, die Arbeitsbedingungen und ihr Verständnis von Journalismus zu erfahren. Für den Kurs musste ich mal eben ein Buch für 100$ kaufen. Völlig normal hier. Zum Glück hab ichs bei Amazon billiger bekommen…

Mit drei Kursen bin ich also echt gut beschäftigt. Vom Workload umfassen sie in etwa das, was man in Deutschland mit 6 Kursen zu tun hat. Ich werde immer mit irgendwas beschäftigt sein. Eine große Prüfung zum Schluss, für die man lernt und es danach vielleicht wieder vergisst, gibt es nicht.