A visit to a real news media start-up company: Newsy

A visit to a real news media start-up company: Newsy.com. Mit meinem Kurs “Journalism and Chaos – how to understand and cover 21st century business models” habe ich das 2008 gegründete start-up Newsy.com besucht. Die Firma versteht sich als multisource video news service und produziert etwa zweiminütige Videoclips aus der aktuellen Nachrichtenlage. Dabei greift sie komplett auf fremdes Material zurück, welches sie analysiert und bei Interesse verwendet. Ziel von Newsy ist es, Leute zu erreichen, die informiert sein möchten, aber keine Zeit haben, sich ganze Nachrichtensendungen anzusehen. Daher liegt der Focus sehr auf den potenziellen Zuschauern, Newsy versucht die Themen umzusetzen, über die z.B. gerade viel in sozialen Netzwerken diskutiert wird. Mit dem Copyright sind die Amerikaner nicht so streng: Newsy nutzt maximal zwölfsekündige Sequenzen einer Quelle, die auch deutlich kenntlich gemacht wird. So kann ein Video aus Bildmaterial von etwa sechs bis zehn Quellen bestehen, welches von einem Newsy-Mitarbeiter mit einem Nachrichtentext overvoiced wird. Bis ein Video online geht, wird es mehrmals gegengecheckt und wird es von verschiedenen Mitarbeitern abgenommen. Es gibt eine Textabnahme, eine Bildabnahme und eine Endabnahme, was mich in der Summe schon überrascht hat, da Newsy ein kleines Unternehmen ist. Die Geschäftsidee ist interessant, aber ob das in Deutschland so einfach zu machen wäre, bezweifle ich stark, wenn man bedenkt, wie viel Wirbel das Leistungsschutzrecht ausgelöst hat. Mit der Webseite und den Apps für Smartphones und Tablets macht Newsy bislang kaum Geld, das Unternehmen ist auf Partnerschaften angewiesen. So sind beispielsweise Mashable.com und die Huffington Post Kunden von Newsy. Weiter hofft das Unternehmen, stärker mit Tageszeitungen ins Geschäft zu kommen, um so Text mit Bildmaterial zu verbinden. Das wäre meiner Meinung auch etwas für den deutschen Markt. Wenn deutsche Zeitungen Videos produzieren, sieht das bislang leider eher peinlich aus. Oder?

Lake of the Ozarks 2

Ein Highlight des Wochenendes war der Ausflug in den Ha Ha Tonka State Park. Überwältigt von der Schönheit des Quellwassers kam es mir vor, als sei ich in Lothlorien. Fehlten nur noch die Elben. Weil das kalte Wasser auf die heiße Sommerluft trifft, bilden sich kleine Dampfwölkchen. Relativ schnell und einfach kann im Ha Ha Tonka State Park Rehe, Bieber, Schildkröten, Schlangen, Adler, Eidechsen und andere Tiere sehen. Sehr schade, dass der Lake of the Ozarks vor Allem zum (Motor-)Bootfahren genutzt wird und kein komplettes Naturschutzgebiet ist. Den Diesel kann man auch im State Park noch riechen.

Lake of the Ozarks

Dieses Wochenende war das heißeste des Jahres! Freitag hatten wir hier 37°C. Zum Glück funktionierte die Klimaanlange in Mirandas Auto, als wir die gut 1 1/2 Stunden zum Lake of the Ozarks fuhren. Das ist ein riesengroßer See, der auf den ersten Blick allerdings wie ein Fluß wirkt, da er eher lang als breit ist. Er ist künstlich aufgestaut worden und das beliebteste Urlaubsziel in Missouri. Er wirkt ein bisschen so, wie das Gebiet in der Krombacher Werbung. Als mich Miranda für das Wochenende in ihr Haus am See einlud, wusste ich noch nicht, was mich da erwarten würde. Ich hatte eher mit einer Blockhütte gerechnet, aber nicht mit diesem unfassbar tollen und großen Haus mit Steg, Kayaks und Yacht. Hätte mir vor zwei oder drei Jahren jemand erzählt, dass ich einmal ein Wochenende mit einer Gruppe toller junger Menschen aus den USA, Frankreich, Indien, Tansania, Pakistan und Kuwait an einem See irgendwo im Westen der USA verbringen würde, ich denke, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Es war ein tolles Wochenende mit kuwaitischem Abendessen, französischem Frühstück, deutschem Bier und jeder Menge Badespaß! Auch das ist Fulbright! Mir tat der Ausflug sehr gut um mich von den ersten beiden Uniwochen zu erholen, tolle Leute kennen zu lernen und einfach ‘ne Menge großen Spaß zu haben.

Radtour auf dem MKT Trail

Nach 22 Meilen auf meinem schönen Walmart-Rad, also gut 35 Kilometern, bin ich einfach nur noch kaputt. Mir tut ganz schön der Hintern weh, die Beine sowieso. Hab den heutigen Tag dazu genutzt, eine Radtour zum Missouri-River zu machen. Die Strecke (der MKT-Trail und der Katy-Trail) führt an einem Bach entlang und ist eine ehemalige Eisenbahnstrecke, so dass es überwiegend geradeaus durch die Natur ging. Bei 33°C, rauhem Belag und meinem schweren Rad war das nicht unbedingt ein angenehmer Samstagsausflug, tat aber ungemein gut. Missouri kann nämlich echt schön sein und ist wirklich fahrradfreundlich! Der MKT-Trail führt nach etwa 8 Meilen zum Katytrail, der über 250 Meilen lang ist. Zwischendurch kam ich an einigen Seen vorbei. Es ist also durchaus möglich, den kompletten Bundestaat mit dem Rad zu durchqueren. Auf der Strecke habe ich zum ersten Mal gespürt, was die Weite dieses Landes bedeutet. Ringsherum nur Wald und Felder, kaum ein Haus in Sichtweite. Der Fluss Missouri ist breiter als Rhein und Elbe und hat eine echt schnelle Strömung, schwimmen würde ich darin nicht. Nachdem ich mich etwas erholt habe, lasse ich den Tag nun mit etwas Unilektüre ausklingen… Lieben Gruß nach Deutschland!

Sommerimpressionen

Wenn ich mit dem Fahrrad zur Uni fahre, führt mein Weg durch den Grindstone Nature Park. Wunderschön und sehr naturbelassen. Da kann einem auch schon mal ein Reh über den Weg laufen. Bis zur Uni dauerts mit dem Rad ne gute Viertelstunde. Im Dunkeln ist das nicht so toll, denn Licht gibts außerhalb der Stadt nirgends. Momentan wechsle ich zwischen Rad und Bus. Mit dem Rad bin ich nämlich auch jedes mal total verschwitzt, sind ja weiterhin über 30 Grad hier.

Letzte Woche gabs noch ein Picnic für alle Internationals am Stephens Lake. Ebenfalls echt schön da, man kann sogar drin baden! Das Wasser ist auch erstaunlich klar.

Leben in Columbia

 

Die letzte Woche ist eine Menge passiert. Ich fange mal nach und nach an, darüber zu berichten. Dank einer netten Amerikanerin konnte ich mein Apartment einrichten. Miranda hatte mich und eine andere Fulbrighterin zum WalMart gefahren. Diese Läden sind eine Einkaufspassage für sich. Da gibt es wirklich ALLES von A bis Z. Die riesengroßen Einkaufswagen verleiten dazu, mehr zu kaufen, als man eigentlich braucht oder mitnehmen kann. Da die Amis alles gern größer haben, habe ich jetzt je nen halben Liter Butter und Frischkäse im Kühlschrank stehen.

Später habe ich mit Lucien und Marita, den beiden anderen Deutschen, und einigen anderen aus dem German Department das “Old Heidelberg” getestet. Wirklich deutsch ist es nicht, bis auf die German Wurst Plate und das gute Paulaner. Schmeckte aber trotzdem 🙂

Gefreut habe ich mich zudem über eine Einladung eines Amerikaners zu einem Barbecue. Fazit: American BBQ ist was völlig anderes, als in Deutschland zu grillen. Gegrillt werden Bockwürste, die dann zum Hotdog werden. Dazu gibts allerlei süßen Kram und Chips. Bier dazu? Fehlanzeige. Schön süße Limonade, das wars. Da ich für viele Amerikaner der erste Deutsche bin, den sie kennen lernten, kam auch folgende Frage: “Do you still have the wall?” Ich hab erst überlegt, ob ich den Armen ein bisschen foppen sollte, habs dann aber doch sein gelassen…